Vom Traum von der großen Bühne in den Gerichtssaal: Ehrliche Einblicke in den Rechtsanwaltsberuf am Juridicum Wien
Mit einer abschließenden Podiumsdiskussion ging die Lehrveranstaltung „Vom Studium in die Praxis: Karriereweg Rechtsanwaltschaft“ am Juridicum Wien für dieses Semester zu Ende. Aufgrund des großen Interesses und der äußerst positiven Rückmeldungen der Studierenden wird die Lehrveranstaltung auch im kommenden Semester erneut angeboten und geht damit bereits in die dritte Runde.
Zu Gast waren ÖRAK-Präsident Dr. Armenak Utudjian, ÖRAK-Vizepräsidentin Mag.a Petra Cernochova, Mag.a Carmen Thornton, Hon.-Prof. Dr. Michael Rohregger sowie Univ.-Prof. Dr. Mathis Fister. Geleitet wurde die Diskussion von Univ.-Prof. Dr. Friedrich Rüffler.
Im Mittelpunkt standen vor allem die persönlichen Werdegänge der Podiumsgäste und die Frage, warum sie sich letztlich für die Rechtsanwaltschaft entschieden haben. Die Diskutanten gaben Einblicke, warum sie sich ursprünglich für den Anwaltsberuf entschieden haben, wie ihr Karriereweg von der Studienzeit über die Ausbildung bis hin zur heutigen Tätigkeit verlaufen ist und welche Erfahrungen sie auf diesem Weg besonders geprägt haben.
Besonders spannend für die Studierenden waren dabei die sehr offenen und persönlichen Statements der Gäste. Thematisiert wurden einerseits die positiven Seiten des Berufs, wie Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und die Möglichkeit, für Mandantinnen und Mandanten konkrete Verbesserungen zu erreichen. Auch jene Momente, in denen anwaltliche Arbeit über den Einzelfall hinaus Wirkung entfalten kann, etwa wenn Verfahren letztlich zur Weiterentwicklung der Rechtsprechung beitragen.
Andererseits wurde ebenso offen über die Herausforderungen des Berufs gesprochen. Die Podiumsgäste thematisierten den Umgang mit Misserfolgen, hohen Erwartungen und der teils schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Gerade in bestimmten Rechtsgebieten erfordere der Beruf ein hohes Maß an Flexibilität, da Anliegen von Mandantinnen und Mandanten oft nicht innerhalb klassischer Bürozeiten entstehen würden.
In der anschließenden Fragerunde diskutierten die Studierenden mit den Podiumsgästen unter anderem über KI und technologische Entwicklungen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie praktische Fragen rund um Bewerbungen und die Wahl der passenden Ausbildungskanzlei.
Zum Abschluss der Veranstaltung gab Mag.a Carmen Thornton noch Einblicke in ein Thema, das sich deutlich von den bisherigen Diskussionen unterschied: Social Media und Personal Branding in der Rechtsanwaltschaft. Sie sprach darüber, wie Sichtbarkeit und Vermarktung im digitalen Raum gelingen können und welche Rolle soziale Medien heute auch für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte spielen.
Die Veranstaltung zeigte vor allem eines: Einen „typischen“ Karriereweg in der Rechtsanwaltschaft gibt es nicht. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Zugänge und Vorstellungen davon, wie der Beruf gelebt wird, prägten die Diskussion ebenso wie die vielfältigen beruflichen Wege der Podiumsgäste. Dass zwei von ihnen ursprünglich sogar mit einer Karriere in der Musikbranche liebäugelten, einmal mit konkreten Ambitionen als Opernsängerin und einmal mit dem Traum, Rockstar zu werden, unterstrich diesen Eindruck auf besonders charmante Weise.
Gleichzeitig zeigte die voll besetzte Lehrveranstaltung auch, wie groß das Interesse der Studierenden an praxisnahen Einblicken in die Rechtsanwaltschaft ist. Ein großes Dankeschön gilt daher dem Institut für Anwaltsrecht, insb Univ.-Prof. Dr. Friedrich Rüffler und Mag. Tobias Thomas Dornik, für die Möglichkeit, diese Lehrveranstaltung mitzugestalten und den direkten Austausch zwischen Studium und anwaltlicher Praxis zu ermöglichen.
27.05.2026
